Wo hast du dich verloren?

By Tina
18. Dezember 2020
7 min read

Nach jahrelangem Funktionieren mit schönen strahlenden Zeiten aber auch erdrückenden schmerzhaften Phasen kommst du an diesen einen Punkt, wo du dir bewusst wird: “ Ich bin nicht ich selbst, ich habe mich verloren.“ Kann das alles gewesen sein? Du wolltest immer eine Familie haben, aber so hast du dir das nicht vorgestellt! Wie sollte es auch anders sein, du hast dich nie gefragt, wer du wirklich bist und was dich glücklich macht!

Ich bin nicht ich selbst, ich habe mich verloren!

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Dein Partner arbeitet fleißig, um für den größeren Teil des Familieneinkommens aufzukommen. Neben deinem Halbtagsjob im Büro, der dir nicht viel Freude bereitet, da er dir mehr Energie nimmt als gibt, führst du den größten Teil des Familien-Unternehmens.

Dein Familien-Unternehmen

Haushalttätigkeiten wie putzen, waschen, kochen, Müll sortieren und entsorgen, du übernimmst einen Teil der Kinder-Erziehung, du hilfst bei einigen Schulaktivitäten, unterstützt deine Kinder beim Lernstoff und organisierst ihre Arzt- und Freizeittermine – oft bist du mit dem Familientaxi unterwegs! Im Garten hast du noch ein kleines Beet mit frischen Kräutern und ein bisschen Gemüse. Der Garten sollte regelmäßig gegossen und gepflegt werden.

Sehr wichtig ist dir, dass gesund gekocht wird. Es gibt zwei warme Mahlzeiten am Tag – kein Problem, wird gemacht. Natürlich essen alle Kinder brav alles auf, beklagen sich nie und bedanken sich dann noch sehr freundlich bei dir für die Mühe, die du dir gemacht hast. Schließlich standest du zwei Stunden in der Küche und hast während dem Zwiebelschneiden sehr viele Tränen vergossen. Du bist jeden Tag dankbar, dass deine Kinder gesund sind und würdest sie nicht mehr hergeben wollen. Doch du freust dich auf den Abend, wenn die Augen deiner Kinder zufallen und Ruhe einkehrt.

Zeit für die Familie

Dein Partner hat die Couch für dich vorgewärmt und vielleicht auch schon das TV-Programm ausgewählt. Mit deinem Kopfchaos und dem Plan für morgen verbringst du die restliche Zeit mit deinem Partner und wenn du nicht gerade einschläfst, widmest du dich noch den partnerschaftlichen Tätigkeiten, obwohl du keine richtige Lust verspürst. Aber du solltest ja oder nicht? Du hast dir vorgenommen, dass du demnächst fixe Zeiten einplanst, um Zeit mit deinem Partner zu verbringen. Die ersten Jahre gestaltet sich dies jedoch oft schwierig – ein Kind ist krank, die Großeltern haben keine Zeit, heute bist du müde und morgen? Morgen braucht dein Partner mal wieder Zeit für sich. Da bist du natürlich Zuhause bei den Kindern. Und so ist die Woche dann vorbei.

Am Wochenende möchtet ihr die Zeit gemeinsam verbringen. Natürlich die ganze Familie. Alle sind voller Vorfreude und Energie. Ein Ausflug wäre auch schon geplant. Deine Energie ist am Ende der Woche verbraucht und du freust dich auf ein Wochenende ohne Ausflug. Dein Partner ist genervt. Immer mehr kommt das Gefühl, dass dich dein Partner nicht versteht, dich nicht mehr ernst nimmt. Du fängst an, deine Gefühle und Emotionen zu unterdrücken, in Selbstmitleid zu versinken und dein Selbstbewusstsein wird immer weniger.

Zeit für dich

Ein bisschen Zeit für dich. Das wäre toll! Was machst du? Du hast dir schon lange nicht mehr die Zeit genommen, darüber nachzudenken, was dir Freude macht und was du gerne machst. Du hast immer nur getan, hingenommen und dabei gelächelt. Immer bis zu diesem Moment, als dir die Tränen über dein Gesicht liefen und du wiedermal mit deinen Kräften am Ende warst.

Du bist müde. Müde von deinen Aufgaben und Pflichten. Von deiner fast schon perfektionistischen Erwartungshaltung. Dir ist es wichtig alles richtig zu machen. In allen Bereichen möchtest du deine 100% geben und dieser Welt zeigen, dass eine Frau, eine Mutter alles schaffen kann und immer stark ist. Du willst dein Bestes geben und deinen Anforderungen gerecht werden.

Aber du bist in dem Familien-Funktions-Rad gefangen. Du tust und machst. Es gehört sich so. Du sollst immer lachen, glücklich wirken und freundlich sein. Du fängst unbewusst an, dich zu verstellen und anzupassen. Jetzt beginnst du dein eigenes Lebenstheater zu spielen.

Ich habe aufgehört „ich“ zu sein!

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Ich erinnere mich noch gut an meine Zeit der Veränderung, des Umbruches und meiner Trennung. So viel Chaos im Kopf! Zu dieser Zeit war ich sehr müde und schwach. Ich wusste nicht genau, wie ich wieder neue Kraft tanken konnte. Oft verbrachte ich Stunden damit, einfach zu gehen, zu weinen, zu atmen und darauf zu vertrauen, dass ich meine Antworten finden würde. Und so vergingen mehrere Monate. Erst im Nachhinein wurde mir klar: „Ich bin nicht ich selbst, ich habe mich verloren.“Zu dieser Zeit lebte ich in meiner eigenen Welt und nahm alles um mich herum anders war. Daraufhin erschuf ich mir meine eigene Wirklichkeit, um zu überleben.

Verbinde dich mit der Natur

Wir kommen von der Natur und gehen zurück in die Natur. Wir sind ein Teil von diesem großen Ganzen. Sobald wir auf die Welt kommen sind wir noch sehr „natürlich“ und handeln intuitiv aus unserem „Bauchgefühl“ heraus.

Kinder zeigen uns wann sie traurig sind, indem sie sehr laut weinen. Sie zeigen uns aber auch ihre Freude, indem sie sehr laut lachen. In jedem Moment ihrer Emotionen denken Kinder nicht daran, was andere Menschen von ihnen denken. Sie handeln intuitiv aus ihrer Natur heraus. Viele Menschen haben jedoch ihr Bauchgefühl und ihre intuitive Stimme verloren.

Darum ist es wichtig einen Ort zu finden, an dem du dich wieder findest. Der Wald ist ein Ort der Stille. In dieser Stille werden deine Stimmen im Kopf wieder lauter. Du kannst wieder hören und fühlen was dein Körper dir sagen will. So kannst du dich wieder mit der Natur verbinden und zu deinem Ursprung zurückfinden.

Du könntest dir jeden Tag Zeit nehmen um einfach nur durch den Wald zu spazieren. Du könntest meditieren. Setze dich auf eine Decke und lausche den Geräuschen des Waldes. Umarme Bäume, sie geben dir Energie. Sei achtsam mit dir und höre immer wieder, was dir deine Stimmen dir sagen wollen.

In meiner schweren Zeit, in der ich eine Antwort suchte, habe ich mich unbewusst wieder mit der Natur verbunden und somit konnte ich einen Teil meiner Kräfte wieder finden und mich stärken. Ich fand meine Antworten für eine der wichtigsten Entscheidungen meines Lebens.

Deine Entscheidung

Und wenn immer wieder dieses Gefühl kommt, das dich von innen auffrisst, du innerlich erfrierst und dir wünschst, dass du die Zeit anhalten könntest oder dass du dieses Gefühl von Angst und Verzweiflung nicht mehr spürst. Dann ist es höchste Zeit, dich auf den Weg zu machen. Es kommen Momente, die uns etwas zeigen oder mitteilen möchten. Und so ein Zeichen kommt, auch wenn die Angst noch so groß ist.

Folgende Fragen können in deinem Kopf kreisen:

Wie fühlt es sich danach an? Zerstöre ich alles? Bin ich allein oder falle ich? Kann ich danach alles schaffen, halten oder hält irgendetwas, irgendwer mich? Wer wird dann noch da sein, wenn da nichts mehr ist?

Wenn dieser Zeitpunkt gekommen ist, drängt dich dein Gefühl in eine Richtung und du kommst nicht mehr aus. Du steckst fest. Du musst dich jetzt entscheiden! Wenn du jetzt nicht gehst, dann wird es schlecht ausgehen und du zerstörst dich selber!

Bleibst du oder gehts du?

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